Internetführer für Feinkosthändler
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Internetführer für Feinkosthändler
Oliver Weber/ pixelio.de
„Feinkost“ ist ein schillernder Begriff. Oft versteht man darunter Lebensmittel, die so teuer sind, dass sie nicht zum täglichen Speisenplan des Normalbürgers gehören – zum Beispiel Kaviar, Froschschenkel oder Champagner. Im Feinkost- oder Delikatessenhandel gibt es noch viel mehr – auch fürs tägliche Essen: Pasteten, Käse, Wild, Nudelspezialitäten, zubereitete Salate. Wer sich als Händler dafür interessiert, was die Kunden bewegt, der findet Antworten im Fernsehen, im Buchhandel und im Internet.
Kochsendungen und Kochbücher erleben zurzeit einen Boom. Schon lange sind die Michelin-Sterne ein Wegweiser für Gourmets. Und was man im Feinschmeckerlokal findet, das entdecken ambitionierte Köche auch für die heimische Küche. Andere Verbraucher suchen einfach zu machende Gerichte, die durchaus auch mal mit exotischen Zutaten und Gewürzen etwas Besonderes sein sollen. Kult-Köche wie Jamie Oliver oder Tim Mälzer inszenieren sich selbst und das Kochen als Event. Aber auch klassische Küchenmeister wie Alfons Schuhbeck oder Johann Lafer haben längst eigene Internetseiten mit Fotos, Videos und Rezepten.
Communities rund um Essen und Trinken
Im Web gibt es zahlreiche Seiten von Privatleuten, oft jedoch geprägt von Selbstdarstellungsdrang oder unübersichtlich gemacht. Interessanter sind die vielen lebendigen Communities. Allein die Verbindung der Suchworte „koch“ und „community“ ergibt bei Google über fünf Millionen Treffer – mit schillernden Namen wie kochbar.de, cookingclub.de, wunderkessel.de, kuechengoetter.de oder kochcommunity.net. Ein Beispiel: kochmeister.de ist eine kostenlose Community, in der die Mitglieder ihr Profil mit Bild einstellen. Sie tauschen Rezepte aus, verwalten eigene Rezepte auch von fremden Websites. Sie geben sich gegenseitig Tipps, diskutieren in verschiedenen Foren und treffen sich in regionalen Gruppen. Je aktiver man auf der Seite ist, desto mehr Aktivitätspunkte erhält man. Bei
Kochmeister werden sie „iCookies“ genannt.
Bloggen über Essen und Trinken
Ebenso subjektiv wie die Einträge in den Communities sind Weblogs. Hier schreiben einzelne Autoren ihre Internt-Tagebücher – manche setzen sich fast täglich an den PC, andere haben mal mit viel Elan begonnen und schreiben jetzt kaum noch. Einige haben Kult-Charakter und werden in der Bloggosphere genannten Gemeinschaft der Blogger, häufig verlinkt und zitiert. Dadurch landen sie bei der Google-Suche mitunter ganz oben auf den Trefferlisten.
Im Feinkost-Segment gibt es spannende Blogs. Die Google-Suche für Blogs findet man unter http://blogsearch.google.de/. Besser ist jedoch die Trefferliste bei genussblogs.net. Hier sind zurzeit fast tausend „genussaffine & kulinarische Blogs, Foren und Newsletter“ erfasst, sortiert nach Kategorien und Stichworten. Wenn man da den Überblick verliert, dann hilft vielleicht die Suche bei misterwong.de. Mister Wong ist eine Alternative zu Google – eine Suchmaschine, die auf den Empfehlungen ihrer Nutzer basiert. Wer hier „feinkost blog“ eingibt, bekommt als ersten Treffer den Blog des TK-Herstellers Frosta – seit Jahren ein Vorreiter in Sachen Kundenbindung mittels Web 2.0. Denn auf frostablog.de schreiben nicht nur die Leute von Frosta; ihre offene und ehrliche Art der Kommunikation kommt gut an bei den Lesern, die fleissig Kommentare schreiben und die Seiten verlinken. Sehr beliebt bei den Nutzern von Mister Wong ist auch gourmet-blog.de und foodfreak.de.
Redaktionelle Angebote
Professionell gemacht ist dagegen das redaktionelle Angebot von Kochsendungen im Fernsehen und Zeitschriften für die Freunde des Genusses. Bei derfeinschmecker.de gibt es Artikel und Tipps – und dazu einen Online-Feinkostshop. Ähnlich auch bei essenundtrinken.de, wo man versucht, eine eigene Community aufzubauen. Für Feinkosthändler interessant sind Seiten aus dem Ausland, wenn es gilt, Trends zu erkennen und nach Deutschland zu bringen. Eine gute Adresse war bislang das „Gourmet Magazine“ aus New York mit seiner Seite gourmet.com. Die Seite ersetzt das im Herbst eingestellte Heft, der Verlag hat gerade ein neues interaktives Web-Angebot angekündigt.
Aus Frankreich kommt delices-defrance.com.
Es gibt aber auch redaktionelle Inhalte ohne ein Printmedium im Rücken, zum Beispiel www.waskochen.ch (die de-Endung wird weitergeleitet). Hier findet man wöchentlich einen Newsletter und die Beiträge von Video-Koch-Reportern.
Und es lohnt sich ein Blick auf die Seiten von Stadtmagazinen. Dort liest man sehr oft auch Ausgeh-Tipps. Was die Menschen dort sehen, wollen sie vielleicht auch daheim selbst ausprobieren. Und viele Stadtmagazine haben inzwischen eigene Communities.
René Schellbach, InterCool.de
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