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Aspekte der Food-Fotografie

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Aspekte der Food-Fotografie


Quelle: Christopher Mick

Innerhalb der professionellen Lichtbildnerei gibt es zwei große Bereiche: erstens den Foto-Journalismus, zweitens die Werbefotografie. Während es dem Foto-Journalismus um möglichst objektive Darstellung der Realität geht, will die Werbefotografie Menschen und Gegenstände in ein besonders schönes Licht rücken. Der Werbefotograf inszeniert die Welt mit seiner Kamera, um Konsum anzuregen.

Bei der Werbefotografie gibt es wiederum zwei Bereiche: People-Fotografie und Produktfotografie. Eine Mischung von beidem ist die Modefotografie. Nahrungsmittel gekonnt ins Bild zu setzen ist ein Bereich der Produktfotografie. Einsatzgebiete der Food-Fotografie sind z.B. Kochbücher, Zeitschriften und alle Arten von Werbeträgern. Je nach Verwendungszweck müssen Ausleuchtung und Perspektive angepasst werden. Für ein Fachpublikum tritt die suggestive Darstellung mit verführerischer Dekoration in den Hintergrund, während technische Details wichtiger sind.

Food-Stylisten übernehmen das Arrangement der Speisen vor der Kamera. Vor allem fertige Gerichte verlieren schnell an visueller Attraktivität, daher sind Timing und schnelle Abwicklung des Shootings Voraussetzungen für gelungene Aufnahmen. Oft finden auch Modelle und Attrappen aus Kunststoffen Verwendung in der Food-Fotografie, wenn die Realität nicht mit dem gewünschten Ergebnis mithalten kann. In der Nachbearbeitung wird auch gerne mit Montagen gearbeitet, um die Lebensmittel in das richtige Ambiente zu stellen. Durch den Einsatz von Bildbearbeitungssoftware sind die Möglichkeit der visuellen Manipulation in den letzen Jahren deutlich verbessert worden. Zur Freistellung von einzelnen Objekten nutzen die Fotografen Tabletop-Lösungen, bei denen ein Mini-Studio auf dem Arbeitstisch aufgebaut wird, mit neutraler Hintergrundskehle, komplettem Lichtapparat und Kamerastativ. Dies garantiert eine schattenfreie Ausleuchtung. An professionellen Food-Shootings sind, neben Fotograf und Food-Stylist, auch ein Art Director als „Foto-Regisseur“ und ein Requisiteur beteiligt. Der Begriff Food-Design wird sowohl für die Inszenierung von Lebensmitteln vor der Kamera, als auch für die inhaltliche Umgestaltung von Speisen benutzt („Functional Food“).

 
 

Früher wurden die Speisen auch zu Werbezwecken naturalistisch abgebildet: gerne in Vogelperspektive, alle Zutaten klar von einander getrennt, damit der Betrachter diese als potentieller Konsument erleben konnte. Diese Darstellung war also eher eindimensional. Später kamen Dekorationen und Lichteffekte hinzu. Heute arrangiert man die Lebensmittel minimalistisch und fotografiert im Makrobereich mit selektiver Schärfe und Anschnitten, um so mehr Dramatik ins Bild zu bringen. Diese Zurschaustellung mit lustbetonten Elementen wird von manchen Kritikern sogar als „Food-Pornografie“ bezeichnet.

Bei der Inszenierung von Lebensmitteln gehen die Fotokünstler Akiko Ida und Pierre Javelle neue Wege: Sie kombinieren für ihre Bilderserien „Les Minimians“ Landschaften aus Leckereien mit Spielzeugfiguren zu sogenannten „Foodscapes“. Hier werden also kleine Geschichten erzählt. Einen Schritt weiter geht der Food-Designer Martí Guixé. Er versieht Gemüse, Früchte und Backwaren mit spaßigen Zusatzfunktionen und schafft damit den Übergang von der Werbung zur Kunst.

Ralph M. Bloemer, InterMopro.com