Fingerfood multikulturell
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Fingerfood multikulturell
Ob als Vorspeise, Fingerfood für die Party oder Zwischenmahlzeit die kleinen Appetithäppchen werden auch in Deutschland zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten gereicht. Der Gast bestellt statt der üblichen Pasta- und Fleischgerichte nun ein wenig von diesem und jenem und zahlt dafür umgerechnet zwischen drei und fünf Euro pro Portion. Inzwischen hat der Trend Küchen in aller Welt erobert. Und wer die „Small Plates“, wie sie noch in Amerika genannt werden, am heimischen Herd nachkochen möchte, findet in der Kühltheke die entsprechenden Produkte.
In den vergangenen Jahren sind Nachfrage und Angebot im Lebensmittelhandel enorm gewachsen. Mittlerweile sind die mediterranen Produkte überwiegend in den Chilled-Food-Regalen zu finden. Und gerade die Bedientheke liegt im Antipasti-Bereich voll im Trend. Zu den Rennern im Sortiment gehören natürlich Oliven, aber auch gegrilltes Gemüse oder Meeresfrüchte.
Antipasti - Italienische Köstlichkeiten in aller Munde
In Italien haben die kleinen Happen eine lange Tradition, die sich bis in die Renaissance zurückverfolgen lässt. Während kunstvoller Bankette wurden kleine kalte Gerichte, sogenannte servizi di credenza, auf Buffets angerichtet. Eine Tradition, die insbesondere in Rom, auch heute noch viele italienische Restaurants pflegen, in dem sie im Speiseraum einen Tisch mit einer Vielzahl von Antipasti aufstellen.
Heute servieren Italiener viele kleine Gerichte „anti pasti“ – also vor den Teigwaren. Das Angebot ist je nach Region und Saison unterschiedlich: Auberginen - gegrillt oder eingelegt, Champignons gegrillt oder gefüllt mit Frischkäse, Mozzarella, Oliven, Paprika - gegrillt oder mariniert, Peperoni - gefüllt oder pur, Tomaten - getrocknet oder halbgetrocknet.
Viele der klassischen antipasti misti sind bescheidenen Ursprungs und ein Beweis für die erfinderischen Methoden italienischer Köche, selbst die kleinsten Speisereste zu verwerten. Bekannt sind vor allem die unverwüstlichen Crostinis und die allseits beliebten Tomaten mit Mozzerella.
Pflaumen mit Schinken umwickelt.
Einfach nur lecker.
Tapas - Spanische Gaumenfreuden im Miniaturformat
Tapas sind die spanische Variante des raffinierten italienischen Fingerfoods. Um die Entstehung der kleinen Appetithäppchen oder Zwischendurch-Gerichte ranken sich viele Geschichten. Übersetzt bedeutet Tapa „Deckel“ oder „Abdeckung“. Im späten Mittelalter war es üblich kleine Happen zu feinen aromatischen Weinen und Sherrys zu reichen. Um den Inhalt vor Insekten zu schützen, wurden die Gläser mit einem Untersetzer abgedeckt. Diese Untersetzer wurden mit einer Scheibe Serrano Schinken, Käse oder Oliven garniert. Neben gegrilltem Gemüse und Oliven sind folgende Tapas Tradition: Chorizo - mit Paprika gewürzte Rohwurst, Pflaumen im Speckmantel, Tortilla – Omelette mit Kartoffeln, und Meeresfrüchte verschiedenster Machart. Aber auch kleine Garnelenspieße mit Dip sind voll im Trend.
Hummusbällchen aus Kichererbsen.
Ein orientlalisches Häppchen.
Mezze - Fingerfood mit orientalischem Einschlag
In Griechenland und der Türkei sind die Speisen unter dem Namen Mezze bekannt. Sie sind ein Äquivalent zu den spanischen Tapas, aber zum Teil mit anderen Zutaten und Gewürzen, wie Kichererbsen, Couscous und Ras-el-Hanoud (eine arabische Gewürzmischung. Die orientalische Küche macht hier ihren Einfluss geltend.
Die Häppchen werden zu Getränken gereicht und sind ursprünglich als Geste der Gastfreundschaft zu verstehen. Im Unterschied zu den europäischen Appetithappen werden zum Beispiel ägyptische Moshahiat, wie die Mezedes hier heißen, nicht zu alkoholischen Getränken gereicht. Typische Häppchen sind Fetakäse und Gefüllte Weinblätter, Tzatziki, aber auch Hummus, gefüllte Teigtaschen und Falafel.
Gaumenfreuden einmal anders
Diese Köstlichkeiten im Miniaturformat bieten dem hungrigen Gast die Möglichkeit sich gleich mehrere Speisen auf einmal zu bestellen und so verschiedenste Gerichte auszuprobieren. Die Portionen sind klein und meist auch die Preise, sodass sie weder den Geldbeutel noch die Waage übermäßig strapazieren. Für Zuhause und unterwegs ist dieses Fingerfood ein Alleskönner. Ein Markt, der noch nicht ausgeschöpft ist. Hier sind kreative Köpfe gefragt, die Fingerfood und Snacks neu kreieren. So sind im Bereich Meeresfrüchte noch viele Möglichkeiten ungenutzt und warten darauf entdeckt zu werden.
Ingrid Spicker, InterMopro.de
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